Wir haben uns einige Gedanken zum Thema SuedLink gemacht, auch über die Erdverkabelung. Bringt diese nur Vorteile oder gibt es Nachteile die nicht ausser Acht gelassen werden dürfen?

Was sagt TenneT dazu?

TenneT hat laut eigener Aussagen gute Erfahrungswerte bei Verlegung von See- und Landkabeln gemacht. Bisher wurden in Deutschland über 500km Kabel unter die Erde gebracht. Auch bei SuedLink erlauben es die gesetzlichen Vorgaben in Teilabschnitten auf Erdverkabelung zu setzen. Der gesetzliche Rahmen soll laut TenneT voll ausschöpft werden.

Was sagen Landwirte mit Erfahrungen mit den Baumaßnahmen?

Der Arbeitsprozess an sich verlief für uns völlig unproblematisch. Obwohl wir anfangs skeptisch waren, muss man sagen: TenneT hat einen guten Job gemacht. Hatten Sie Vorbehalte oder Bedenken hinsichtlich der Erdverkabelung? Walburg: Offen gesagt, ja. Als wir erfahren haben, dass TenneT Flächen für eine Erdverkabelung in Anspruch nehmen möchte, hatten wir die Befürchtung, dass hinterher unsere Erträge zurückgehen oder es zu anderen Problemen kommt.
Zwar hat TenneT gut informiert, doch uns war es auch wichtig, eine dritte Meinung zu hören. Daher haben wir uns an die Landwirte im Ostfriesischen gewandt, die bereits seit Jahren Leitungen in ihren Böden haben. Sie konnten von keinen Problemen berichten, was uns die Bedenken ein Stück weit genommen hat.
Haben Sie aufgrund der Erdverkabelung Schwierigkeiten bei der Bewirtschaftung? Trecksler: Für uns Landwirte ist die Erdverkabelung eine gute Lösung. Die Kabel liegen tief genug in der Erde, da sieht und merkt man nichts mehr. Man bearbeitet seinen Boden, als ob niemals Bauarbeiten stattgefunden hätten.
Inzwischen bauen wir wieder Mais auf der Fläche an, durch die die Leitungen führen. Dort ist keine Veränderung zu sehen und das, obwohl gerade Mais sonst empfindlich auf Eingriffe reagiert.

Das komplette Interview mit Hermann Trecksler und Jürgen Walburg könnt Ihr hier nachlesen:150220_SuedLink News ErdkabelQuelle: TenneT

Wie ist unsere Meinung?

Henning Garve und Erich Pluquet haben die Möglichkeit genutzt und sind im November 2014 nach Heede gefahren um uns vor Ort eine eigene Meinung zu bilden.  An der Veranstaltung von TenneT haben außerdem noch Mitglieder der BI Jeinsen, Mitglieder der Landwirtschaftskammer Niedersachsen aus Hannover, Oldenburg und Aschendorf, Herr Jordan vom Landvolkverband Niedersachsen, 3 betroffene Landwirte aus der Umgebung, 3 Mitarbeiter von TenneT und Bürgermeister Herr Pohlmann/Heede.

Bei der Gleichstrom-Erdverkabelung  wird im Gegensatz zu Wechselstrom (diese hatte sich Erich Pluquet im Münsterland angeschaut) ein nur 20 m breiter Arbeitsstreifen benötigt. Der Graben für die Kupfer- oder Aluminiumkabel hat eine Breite von 5-6 m und ist ca. 1,50 m tief. Die Kabel werden in einer 40-50 cm Sandschicht gebettet, die zum einen das Wasser aufnehmen und zum anderen die Temperaturen regeln sollen. Die Temperatur beträgt in unmittelbarer Kabelnähe ca. +40 – +50 Grad, an der Erdoberfläche ca. +2 Grad. Der Erdboden wird in 3 Schichten getrennt von einander gelagert und im Nachhinein trocken wieder eingebaut. Pufferstationen wie bei Wechselstrom werden nicht benötigt. Auf den nachfolgenden  Bildern ist unter anderem ein Kabelgraben, Gleichstromkabel im Querschnitt sowie ein Versuchsfeld (ich glaube mit Senf bepflanzt) zusehen.

Nach der Besichtigung und Gesprächen lautet unser Fazit, das Erdkabel definitiv eine gute Alternative zu Freileitungen sind und gesetzliche Rahmen neu geregelte werden müssen! Daher schließen wir uns der Forderung an, dass Höchstspannungsleitungen statt Freileitungen gleichrangig als Erdkabel verlegt werden können!